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Yogaschule Rolf Heim Sekretariat: Schöneggstr. 15, 9404 Rorschacherberg Telefon/ Fax: 071 855 38 52; E-Mail: rolfheim@yogaschulen.ch Yesudian - Yoga in der Tradition von Selvarajan Yesudian und Elisabeth Haich Vorträge Archiv |
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Selbsterziehung Es
war einmal ein Schäfer, der führte seine Herde jeden Tag zu
grünen, saftigen Weiden. Eines Tages stürzte sich aus dem nahen
Dschungel eine hungrige Löwin auf die Herde, und die Schafe
flohen entsetzt in alle Richtungen. Die Löwin war trächtig, und
als sie einen grossen Sprung machte, ging er über ihre Kraft. Sie
stürzte tot zusammen. Im selben Augenblick wurde das Junge
geboren. Der Hirte nahm das Löwenjunge und zog es mit seinen
Schafen auf. Es wuchs heran und lebte wie ein Schaf. Es wuchs zu
einem mächtigen Löwen heran. Aber auch der grosse Löwe frass
Gras und blökte wie ein Schaf. An einem heissen Sommertag kam aus
dem nahen Dschungel wiederum ein wilder, stolzer Löwe, brach in
die Herde ein und stillte seinen Hunger. Die Schafe flüchteten
wild und mit ihnen der blökende Löwe. Der Löwe aus dem
Dschungel entdeckte zu seinem grössten Erstaunen den fliehenden
Löwen. Er packte ihn und fragte: "Bruder, warum blökst du?
Was ist aus deiner edlen Stimme geworden?" Der Schaflöwe
aber flehte voller Angst: "Oh, ich bin nur ein kleines Schaf,
oh, tue mir kein Leid an." - "Du bist kein Schaf, du
bist ein mächtiger Löwe", sagte der Löwe aus dem
Dschungel. Der König des Dschungels packte den närrischen
Löwen, führte ihn zu einem tiefen Brunnen und sagte "Schau
dein Bild im Wasser und erkenne, wer du bist." Angstvoll und
zaghaft über den Brunnenrand sich beugend, erwartete das
zitternde Geschöpf den Kopf eines kleinen Schafes zu erblicken,
aber zu seiner grössten Überraschung war da kein Schaf, sondern
der mächtige Kopf eines Löwen. Da stieg die Freude hoch in ihm
und vor Glück wollte er blöken - aber es wurde ein gewaltiges
Brüllen, von dem der ganze Dschungel erbebte. Und so verschwand
der Löwe in seine unendliche Heimat, den Urwald. Wenn
schwere Probleme uns einengen und fast erdrücken, wenn wir
glauben, kleine elende Geschöpfe zu sein, wenn wir keinen Mut
haben, vorwärts zu gehen, wenn wir uns von der Hilfe anderer
abhängig machen, wenn wir im dunkeln Keller der Unwissenheit
sitzen und vor Furcht zittern, dann müssen wir uns diese
Geschichte in Erinnerung rufen und wissen, dass all dies nur das
Betragen eines Schafes ist, eines unwissenden, kleinen Schafes. In
solchen Zeiten berührt Leid unser Herz, nur um uns die Wahrheit
zu zeigen, und es verlässt uns nicht, solange wir nicht alles
tun, um uns aus dem selbstgeschaffenen, qualvollen Zustand zu
befreien. Was sind wir? Nicht nur ein Körper, der allen Wandlungen unterworfen ist, nicht nur eine Seele, die zwischen Freud und Leid hin und her pendelt, sondern das geistige Selbst, das sich nicht wandelt, das nicht stirbt und das nicht zerstört werden kann. Lassen wir am Abend beim Einschlafen unseren letzten Gedanken sein: "Ich bin das Selbst, das ewige, das unsterbliche Selbst." Und der erste Gedanke am Morgen sei wiederum: "Ich bin das Selbst, das ewige, das unsterbliche Selbst." Halten wir auf diese Weise Tag für Tag, Stunde um Stunde, das Bewusstsein unserer wahren Natur hoch. Dies wird uns helfen, immer besser zu erkennen, wer wir sind und was wir sind. Mögen wir unser wahres Selbst verwirklichen und glücklich sein! |
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