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Yogaschule Rolf Heim Sekretariat: Schöneggstr. 15, 9404 Rorschacherberg Telefon/ Fax: 071 855 38 52; E-Mail: rolfheim@yogaschulen.ch Yesudian - Yoga in der Tradition von Selvarajan Yesudian und Elisabeth Haich Vorträge Archiv |
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Nur
eigene Erfahrung führt zum echten Empfinden So
verschieden die Menschen äusserlich aussehen, so ungleich sind sie auch in
ihrem inneren Wesen. Viele Faktoren prägen den Menschen, eigene Anlagen und
äussere Einflüsse. Bezieht man noch Elternhaus, Milieu, Kulturkreis,
Klima, Schule, Freunde, Hobbys, Religion, Wirtschaft als beeinflussende Umstände
mit ein, so ist es leicht verständlich, dass es kaum zwei gleich denkende
und gleich fühlende Menschen gibt. Es
grenzt an ein Wunder, dass die Menschen trotz dieser Vielfalt noch so gut
miteinander zusammenleben können. Es ist aber nicht zu übersehen, dass bei
gleicher Sprache jeder etwas anderes darunter versteht. Ein Pfarrer hielt
eine Predigt und zum Abschluss sagte er: „So, und nun ist es Zeit“. Die
Hausfrau dachte, es ist Zeit zum Kochen. Der Mann dachte, es ist Zeit, im
Wirtshaus einzukehren. Das Kind dachte, es ist Zeit zum Spielen und der
Buchhalter dachte, es ist Zeit, die Ein- und Ausgaben der Woche einzutragen.
Es waren für alle die gleichen Worte, aber jeder hat sich darunter etwas
anderes vorgestellt. Ähnlich ergeht es einem, wenn man zu irgend jemandem
sagt: „Ich höre gerne gute Musik.“ Er wird uns wahrscheinlich
beipflichten, aber seine Vorliebe gilt vielleicht Techno und Heavy metal und
unsere Vorliebe gilt Beethoven. Ein junger Mann sagte einmal: „Verdi ist
ein Stümper.“ Was soll man dazu sagen? Soll man versuchen, den anderen
vom Gegenteil zu überzeugen? Wie lange würde man brauchen, bis er zur
Einsicht käme, dass Verdi ein Genie war und wundervolle Musik komponierte?
Es würde nie gelingen. - Eine momentane Erkenntnis basiert auf vergangenen
Erfahrungen und Prägungen und die können nicht mit ein paar Worten geändert
werden. Ein
paar Fischermädchen waren nachmittags am Markt und verkauften dort die
Fische. Plötzlich brach ein schweres Gewitter über sie herein und sie
fanden nur noch Schutz im Raum der Blumenmädchen. Das Gewitter war so
stark, dass sie auch dort übernachten mussten. Der Duft der Blumen war für
sie aber so ungewohnt, dass sie überhaupt keinen Schlaf finden konnten.
„Lasst uns die Fischkörbe herein holen“ sagten sie und erst der Geruch
der Fischkörbe ermöglichte es ihnen dann, einzuschlafen. Die
ähnliche Erfahrung haben wir schon gemacht, wenn wir mit Freunden über
Yoga sprechen. Wer Yoga übt und sich mit der Philosophie des Yoga befasst,
kann darüber nicht ohne weiteres mit jemandem diskutieren, der davon keine
Ahnung hat. Die Erfahrungen und Überzeugungen sind oft zu verschieden. Es
gibt Dinge, die kann man nicht diskutieren, sondern nur zerreden. Wenn ein
Mensch noch nie Honig genossen hat, können Worte den Geschmack und die
Empfindung nicht beschreiben; er muss ihn selbst geniessen, um zu wissen,
wie er schmeckt. |
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